Offensive Geschwindigkeitsbegrenzungen

Gemeinsame Pressemitteilung der Kooperation:

Anwohner und Radfahrer wirksam schützen

Neuss. In vielen Stadtteilen und Wohngebieten kritisieren Anwohnerinnen und Anwohner regelmäßige Probleme durch zu schnell fahrende Autos. Um hier endlich Verbesserungen zu erreichen, hat die Kooperation aus SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und UWG/Aktiv für Neuss in der letzten Sitzung des Planungsausschuss mit einem Antrag eine „Offensive für Geschwindigkeitsbegrenzungen“ in innerstädtischen Straßen auf den Weg gebracht. Diese Initiative wurde auch von den anderen Fraktionen unterstützt. „Die Verwaltung soll jetzt prüfen, in welchen Wohngebieten weitere Straßen mit Tempo-30- oder Tempo-40- eingerichtet werden können“, erklärt Juliana Conti als mobilitätspolitische Sprecherin der SPD Neuss. In einer der nächsten Sitzungen soll die Verwaltung eine entsprechende Straßenübersicht mit konkreten Empfehlungen vorlegen.

Unterstützung durch Polizeigewerkschaft

Die Einrichtung von Geschwindigkeitsbegrenzungen hat vielfach dazu geführt, dass der Verkehr besser fließt und weniger Lärm verursacht wird. „Außerdem erhöht Tempo-30 oder Tempo 40 auf innerstädtischen Straßen deutlich die Verkehrssicherheit, gerade auch für den zunehmenden Radverkehr“, erklärt Roland Kehl als mobilitätspolitischer Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Auch auf Landes- und Bundesebene gibt es verstärkt Forderungen nach Geschwindigkeitsbegrenzungen. So fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Höchstgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften generell auf 30 km/h festzulegen. Nach Ansicht der GdP werden Geschwindigkeitsbegrenzungen von 50 km/h den Anforderungen an den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer nicht mehr gerecht, zumal auch der Anteil der Radfahrer stetig zunimmt.

Temposünder ausbremsen

„Neben der Reduzierung der Geschwindigkeit möchten wir auch bauliche Maßnahmen prüfen lassen, um die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen sicherstellen zu können“, erklärt Carsten Thiel als Fraktionsvorsitzender von UWG/Aktiv für Neuss. Bei vielen Baumaßnahmen nach Kanalsanierungen setzt die Stadt Neuss deshalb verstärkt auf Fahrbahneinengungen oder Straßenanhebungen in Kreuzungsbereichen, um Geschwindigkeitsüberschreitungen entgegenzuwirken. Insbesondere „illegale Autorennen“ in den Abend- und Nachtstunden könnten so aus Sicht der Kooperation besser „ausgebremst“ werden.

Beginn im Obererft-Viertel

Die demnächst anstehende Umgestaltung der Straße „An der Obererft“ nimmt die neue Rats-Kooperation zum Anlass, dort und in einigen angrenzenden Straßen kurzfristig die Geschwindigkeiten zu reduzieren. „Die Anwohnerinnen und Anwohner beklagen seit vielen Jahren massive Geschwindigkeitsüberschreitungen“, berichten Juliana Conti und Roland Kehl, die sich bereits seit 2018 für eine entsprechende Lösung einsetzen. Durch den Antrag der Kooperation soll jetzt in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung endlich tragfähige Lösungen entwickelt werden.

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