Neuss will „Stillfreundliche Kommune“ werden

Antrag zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17.06.2021:

Beschlussempfehlung:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, welche Maßnahmen in der Stadt Neuss nötig sind, um die Auszeichnung „Stillfreundliche Kommune“ vom Landesverband der Hebammen NRW zu erhalten. Damit verbunden wäre die Aufnahme in die Landkarte der stillfreundlichen Kommunen auf der Website des Landesverbandes der Hebammen NRW.
  2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Kosten für den Erwerb der Auszeichnung „Stillfreundliche Kommune“ zu ermitteln und im nächsten Jugendhilfeausschuss über die Ergebnisse zu berichten.

Begründung:

Als Kooperation ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass es in der Stadt Neuss für die vielen Familien stillfreundliche öffentliche Gebäude gibt. Insbesondere junge Mütter benötigen Orte, an denen sie ungestört stillen können.
Die „stillfreundliche Kommune“ ist eine vom Landesverband der Hebammen NRW initiierte Aktion für alle Städte und Kommunen, die das Stillen unterstützen und mit einfachen Mitteln etwas für ihre jungen Familien tun möchten. 

Ziel der Aktion „Stillfreundliche Kommune“ ist es, die Akzeptanz für das Stillen als natürlichste Form der Ernährung eines Säuglings zu erhöhen und Müttern in öffentlichen Gebäuden eine geschützte Umgebung zum Stillen anzubieten, damit immer mehr Frauen „Ja“ zum Stillen sagen. Dies wird auch durch die Kreisvorsitzende des Landesverbandes der Hebammen NRW, Annette Reimers, sehr begrüßt und gefordert.

Um als stillfreundliche Kommune ausgezeichnet zu werden, sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Es muss ein geschützter Bereich (optimal ist ein abschließbarer Raum) in allen öffentlichen Gebäuden mit Publikumsverkehr bereitgestellt werden.
  • Es muss ein kostenloses Getränk wie etwa Leitungswasser vorhanden sein.
  • Der Stillbereich muss einen bequemen Stuhl und eine Wickelmöglichkeit bieten.
  • Es müssen gut sichtbare Wegweiser zum Stillbereich führen. 

Alle öffentlichen Gebäude, die zertifiziert werden, erscheinen auf der Landkarte der stillfreundlichen Kommunen auf der Website des Landesverbandes. Das hat Außenwirkung und Vorbildfunktion. Die Stadt erhält nach Erhalt des Zertifikats zusätzlich die Berechtigung, Geschäfte als stillfreundlich auszuweisen, die die Voraussetzungen erfüllen.

Eine weitere perspektivische Möglichkeit wäre eine Stadtkarte aller stillfreundlichen Räume innerhalb der Stadt. Auch eine Integration in die App „Neusser Familien-Navi“ wäre unserer Ansicht nach eine sinnvolle Ergänzung, um Mütter schnellstmöglich über die nächstgelegene Stillmöglichkeit informieren zu können. Mit diesen geschützten Bereichen für Stillende steigern wir außerdem die Attraktivität unserer Stadt für junge Familien. Es könnte ein Synergieeffekt für die Innenstadt und die Wirtschaft bedeuten, da die Aufenthaltsqualität besonders auch für junge Familien gesteigert wird.

Mit freundlichen Grüßen

Arno Jansen                                         Michael Klinkicht                                 Carsten Thiel
Fraktionsvorsitzender                         Fraktionsvorsitzender                        Fraktionsvorsitzender

Claudia Föhr                                        Verena Kiechle
Stadtverordnete                                  Stadtverordnete

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