Fahrradfreundlichkeit bleibt auf der Strecke

Grüne Fraktion kritisiert Umsetzung des „Radhauses“ am Neusser Rathaus

Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Neuss hat bei ihrer jüngsten Fraktionsklausur im Rathaus die neu eröffnete Fahrradabstellanlage im „Radhaus“ unter die Lupe genommen – und zeigt sich enttäuscht. Trotz des vielversprechenden Konzepts, Radfahrenden kostenlose Parkmöglichkeiten im Parkhaus des Rathauses zu bieten, offenbaren sich in der Praxis erhebliche Mängel. Diese reichen von unzureichender Beschilderung über unpraktische Einfahrtsgestaltung bis hin zu ungeeigneten Fahrradständern, die eine sichere Nutzung verhindern.

Bereits der Zugang zum „Radhaus“ gestaltet sich für Radfahrende als Hürde: Die Durchfahrt ist so eng bemessen, dass sie eher abschreckend als einladend wirkt. Zudem fehlt ein klares Hinweisschild am Eingang, das über die kostenlose Nutzung für Radfahrende informiert. Im Inneren der Anlage setzen sich die Defizite fort: Die gewählten Fahrradständer, sogenannte „Felgenkiller“, bieten weder ausreichenden Schutz vor Diebstahl noch eine stabile Abstellmöglichkeit. Besonders verwirrend ist die Umzäunung der Fahrradständer, deren Zweck unklar bleibt.

„Was hier als fahrradfreundliche Lösung beworben wird, entpuppt sich als halbherzige Umsetzung“, kritisiert Andrea Wilhaus, mobilitätspolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion. Sie ergänzt: „Was hätte hier alles möglich sein können: Sicheres und komfortables Parken, Lademöglichkeiten für E-Bikes und eine Reparaturstation mit Fahrradpumpe – all das wäre ein echter Gewinn für die Radfahrenden in Neuss gewesen.“ Ton Rombouts, Stadtverordneter der Grünen, äußert sich ebenfalls kritisch: „Das ‚Radhaus‘ kann ein Aushängeschild für unsere Stadt werden. Jedoch wirkt es noch wie ein Provisorium, das selbst begeisterte Radfahrer wie uns fragend zurücklässt.“

Die Grünen fordern die Stadtverwaltung auf, die aufgezeigten Mängel kurzfristig zu beheben. Dazu gehören eine klare Beschilderung, eine barrierefreie Einfahrt für Radfahrende und sichere und nutzerfreundliche Fahrradständer. Zusätzliche Serviceangebote, die es beispielsweise an den neuen Mobilstationen und am Kinderbauernhof gibt, wären für ein „Radhaus“ angemessen. „Fahrradfreundlichkeit darf nicht nur auf dem Papier stehen“, betont Wilhaus. „Sie muss im Alltag sichtbar sein – und zwar für alle, die ihr Rad in Neuss abstellen möchten.“

Hier darf man sein Rad abstellen.