Fall kommt in den Haupt-, Sicherheits- und Gleichstellungsausschuss
Die Grünen Neuss kritisieren die Abschiebung eines gut integrierten Auszubildenden aus einem Neusser Steinmetzbetrieb nach Armenien scharf. Der junge Mann befand sich in Ausbildung, war beruflich und sozial eingebunden und galt als dringend benötigter Fachkräftenachwuchs im Handwerk. Dennoch wurde er abgeschoben – ein Vorgang, der aus Sicht der GRÜNEN erhebliche Fragen zur Transparenz und Verlässlichkeit der geltenden Regelungen aufwirft.
„Der Fall zeigt in aller Deutlichkeit, wie intransparent und unsicher der Weg zu einer Arbeitsduldung offenbar noch immer ist“, erklären die Vorstandssprecherinnen, Sabine Menzel und Nicole Findeisen, der GRÜNEN Neuss. „Wenn selbst eine laufende Ausbildung und ein konkretes Arbeitsverhältnis keinen Schutz vor Abschiebung bieten, untergräbt das jedes Vertrauen in rechtsstaatlich nachvollziehbare Verfahren.“
Neben der menschlichen Härte dieser Entscheidung verkennen solche Abschiebungen auch die Realität vor Ort: Neuss – wie viele Kommunen – leidet unter Fachkräftemangel, insbesondere im Handwerk. Gut integrierte, motivierte junge Menschen, die hier eine Ausbildung absolvieren, arbeiten und Steuern zahlen wollen, sind kein Problem, sondern Teil der Lösung.
Die Neusser GRÜNEN fordern nun eine lückenlose Aufarbeitung des Falls sowie eine Überprüfung der Entscheidungsprozesse, um ähnliche Vorgehensweisen künftig auszuschließen. Der Antrag soll durch die grüne Fraktion in der nächsten Sitzung des Haupt- und Sicherheitsausschusses eingebracht werden. Ziel ist es, die Abläufe und Entscheidungsgrundlagen offenzulegen und politisch zu bewerten. Gleichzeitig fordern die GRÜNEN klare, transparente und verlässliche Regelungen, die sicherstellen, dass Ausbildung und Beschäftigung tatsächlich zu einem gesicherten Aufenthalt führen und nicht durch widersprüchliche Verwaltungspraxis entwertet werden.
