Mehr Recycling von Bau-Material in Neuss 

SPD und Grüne beantragen Konzept zum zirkulären Bauen 

Die Stadt soll weiter daran arbeiten, dass auf Baustellen und bei Bauprojekten in Neuss möglichst viele wiederverwendete Rohstoffe genutzt werden. Einen entsprechenden Antrag haben SPD und Grüne in die Sitzung des Stadtrates eingebracht. „Unser Ziel ist es, natürliche Ressourcen zu schonen und den CO₂-Ausstoß im Bausektor zu reduzieren“, erklärt Roland Kehl als baupolitischer Sprecher der Grünen. 

Neue Ideen für das Recycling auf Baustellen 

Damit knüpfen SPD und Grüne an eine Initiative von November 2021 an und bitten die Verwaltung, über erzielte Fortschritte zu berichten. Darüber hinaus bringen die beiden Fraktionen weitere Ideen ein, um das sogenannte zirkuläre Bauen in Neuss zu stärken. „Bei Produkten wie Papier und Glas funktioniert das Recycling in Deutschland schon gut“, sagt Daniel Handel als baupolitischer Sprecher der SPD. Bei Baustoffen sei leider noch Luft nach oben. Daher beauftragen SPD und Grüne die Stadtverwaltung, sich bis Ende 2025 bei einer etablierten Baustoffbörse anzumelden, vorhandene Projekte zur Wiederverwendung von Baumaterialien zu unterstützen und die Einrichtung eines eigenen Materiallagers zu prüfen. 

Neusser Hafen wird Drehkreuz  

Für einen vielversprechenden Schritt in die richtige Richtung hat vergangene Woche bereits die Strabag AG gesorgt. Das Unternehmen hat im Neusser Hafen ihren neuen Wertstrommanagement-Standort eröffnet. Dieser Standort ist darauf ausgelegt, das systematische Recycling mineralischer Baustoffe wie beispielsweise Boden-Bauschutt-Gemische zu etablieren. Jährlich sollen bis zu 250.000 Tonnen mineralische Bau- und Rohstoffe verarbeitet und so die Kreislaufwirtschaft im Rheinland vorangetrieben werden. Bürgermeister Reiner Breuer nahm an der Eröffnung teil. Die trimodale Anbindung des Standorts – über Hafen, Straße und Schiene – ermöglicht eine effiziente Logistik, die CO₂-Emissionen reduziert und das Straßennetz entlastet. 

Natürliche Ressourcen sichern 

Der Antrag von SPD und Grünen und das Unternehmen Strabag nutzen dasselbe Schlagwort: Urban Mining. „In unseren Städten liegen buchstäblich Schätze verborgen“, erklärt Bettina Weiß als Fraktionsvorsitzende der Grünen. Denn die in Gebäuden und Infrastrukturen gebundenen Sekundärrohstoffe können viel stärker genutzt werden. „Davon profitieren wir ökologisch und ökonomisch“, ergänzt Bettina Weiß.  

Mit dem gemeinsamen Vorstoß positionieren sich SPD und Grüne als Unterstützer einer zukunftsgerichteten Stadtentwicklung. „Neuss könnte sich damit in die Vorreiterrolle neben Städten wie Heidelberg einreihen“, sagt Daniel Handel. Solche Maßnahmen sind erforderlich, um bis 2035 klimaneutral zu werden und um natürlichen Ressourcen für kommende Generationen zu sichern.

Dem Antrag wurde in der Sitzung des Rates am 04.07.2025 mit Änderungen mehrheitlich zugestimmt.