Kooperation startet Offensive für bezahlbaren Wohnraum

Pressemitteilung – Umfangreicher Maßnahmenkatalog auf den Weg gebracht:

Bei allen neuen Bauvorhaben sollen mehr bezahlbare Wohnungen entstehen, anstelle von Einfamilienhäusern sollen verstärkt Mehrfamilienhäuser gebaut werden und Investoren sollen städtische Grundstücke günstiger bekommen, wenn dort viele bezahlbare Wohnungen entstehen – diese Offensive für den bezahlbaren Wohnraum bringt die Kooperation aus SPD, GRÜNEN und UWG/Aktiv für Neuss als Maßnahmenkatalog in die kommende Sitzung des Stadtrates ein.

Zu wenige bezahlbare Wohnungen verfügbar

„Die Schaffung von mehr bezahlbaren Wohnungen ist für uns als Kooperation eine der wichtigsten Aufgaben in der Stadt Neuss“, erklären mit Sascha Karbowiak und Susanne Benary die Parteivorsitzenden von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Denn jeder zweite Neusser und jede zweite Neusserin hat über einen Wohnberechtigungsschein einen Anspruch für eine bezahlbare Wohnung. In der Realität ist aktuell aber nur für einen Teil der Neusserinnen und Neusser eine bezahlbare Wohnung verfügbar. „Deswegen möchten wir mit unserer Offensive für mehr bezahlbaren Wohnraum ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf den Weg bringen“, so Sascha Karbowiak und Susanne Benary.

Verschärfung der Quote für den bezahlbaren Wohnraum

Ein wichtiger Baustein ist die Verschärfung der Quote für den bezahlbaren Wohnraum. „Bei allen Bauprojekten ab 15 Wohneinheiten müssen zukünftig mindestens 35 Prozent aller Wohneinheiten als bezahlbare Wohnungen oder Häuser umgesetzt werden“, erklärt Carsten Thiel für UWG/Aktiv für Neuss. Bei größeren Bauvorhaben soll außerdem sichergestellt werden, dass mindestens jede zweite Wohneinheit als bezahlbare Wohnung oder bezahlbares Haus geschaffen wird. Und anstelle weiterer Einfamilienhaus-Siedlungen soll der Fokus bei Neubauprojekten stärker auf den Bau von Mehrfamilienhäusern gerichtet werden. „Denn hierdurch kann mehr Wohnraum durch weniger Flächeninanspruchnahme geschaffen werden“, erklärt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Michael Klinkicht.

Umsetzung des „Münsteraner Modells“

Gegen hohe Immobilienpreise setzt die Kooperation auf das „Münsteraner Modell“ für eine sozialverträgliche Bodennutzung. „Die Stadt soll Grundstücke nicht mehr an den Investor verkaufen, der das meiste Geld bietet – sondern an den Investor, der möglichst viele bezahlbare Wohnungen mit günstigen Mieten schafft“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Arno Jansen. Die Stadt verzichtet also darauf, auf dem Grundstücksmarkt Höchstpreise zu erzielen und orientiert sich stärker an günstigen Mieten. Damit unterstützt die Kooperation auch den in den vergangenen Jahren von Bürgermeister Reiner Breuer eingeschlagenen Kurs, die Schaffung von mehr bezahlbaren Wohnraum mit allen verfügbaren städtischen Möglichkeiten zu unterstützen und umzusetzen.

Fundiertes Datengerüst durch Gutachten-Aktualisierung

Für weitere Diskussionen in den kommenden Jahren soll außerdem das 2014 erstellte INWIS-Gutachten zum bezahlbaren Wohnraum durch die Stadt Neuss aktualisiert werden. Hierdurch soll analysiert werden, wie sich der öffentlich-geförderte Wohnungsbau in den vergangenen Jahren in der Stadt Neuss verändert hat und wie viele bezahlbare Wohnungen und Häuser auf wie vielen Flächen bis 2030 gebaut werden müssen, um die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt verbessern zu können. Und als weiteres Instrument soll innerhalb der Verwaltung ein Flächenmonitoring initiiert werden, um parallel auch die Flächeninanspruchnahme im Blick behalten zu können.

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