Nachhaltig schenken – Geschenkideen für Weihnachten

Die Weihnachtszeit ist eingeläutet und viele Menschen sind damit beschäftigt Geschenke für Freunde und Familie zu besorgen. Konsumrausch und Vorweihnachtsstress müssen angesichts von Klima- und Corona-Krise nicht sein. Aber Schenken macht nun mal Freude – und geht auch ohne schlechtes Gewissen. Beim Schenken können wir deshalb darauf achten, Dinge zu verschenken, die nicht zur Verschmutzung unserer Umwelt durch Plastik und Elektroschrott beitragen, also wieder verwendbar und/ oder aus nachwachsenden und recyclebaren Materialien bestehen. Auch beim Verpacken kannst du mit ein paar Tricks verhindern, dass zusätzlicher Müll produziert wird.

Auf Bundesebene arbeiten wir GRÜNE daran, die Nachhaltigkeitsziele verstärkt in Gesetzesentwürfen und Konzepten einzuarbeiten, wir fordern eine vollständige Kreislaufwirtschaft und mehr Recycling. In der Zwischenzeit wollen wir dir hier ein paar Tipps geben, wie wir selbst etwas zum Klima- und Umweltschutz, durch nachhaltige Geschenkalternativen, beitragen können:

1. Qualität statt Quantität

Die Lebenszeit vieler Dinge, wie Elektrogeräte oder Kleidungsstücke, ist erschreckend kurz. Viele gehen schon nach kurzer Zeit kaputt und wandern dann in den Müll. Deshalb ist es ratsam qualitativ höherwertige Dinge zu verschenken, denn auch wenn sie vielleicht teurer in der Anschaffung sind, hat der Beschenkte länger was davon und Müll wird dabei auch reduziert. Eine gute Idee kann auch ein hochwertiger, aber gebrauchter, Markenartikel statt eines günstigen, neuen Produkts.

2. Nachhaltig, fair, froh

Mittlerweile gibt es unzählige Unternehmen und Startups, die nachhaltige und faire Produkte anbieten. Auf der Plattform Utopia kannst du dazu viele Inspirationen finden. Die Palette an Ideen ist breit: Bäume verschenken, ein Ökokisten-Abo, Gläser aus Weinflaschen oder Fair-Fashion. Selbstgemachte Geschenke können besonders viel Freude bereiten: von selbstgemachter Bruchschokolade, Marmelade bis Bade Öl oder Seife.

3. Gut verpackt

Geschenke auspacken macht großen Spaß und gehört einfach zu Weihnachten dazu. Auch äußerlich sollen die Geschenke natürlich richtig viel hermachen, denn hübsche Geschenkverpackungen schaffen schöne Momente. Leider landen sie nach der Bescherung aber direkt wieder im Müll. Um dieser Müllproduktion entgegenzuwirken haben wir ein paar Ideen für nachhaltige Geschenkverpackungen:

Papier: Verwende ausgelesen Zeitungen, alte Straßenkarten oder abgelaufene Kalenderblätter.

Stoff: Stofftücher und Stofffetzen aus ausrangierten Kleidungsstücken, Tischdecken, Bettwäsche oder Vorhängen sorgen für ein sehr ästhetisches Präsent.

Natur pur: Anstatt teures Geschenkband aus Plastik zu kaufen, kannst du naturbelassene und umweltschonende Materialien wie Bast, Hanf oder Jute für eure Verpackung verwenden.

Glas: Du kannst nicht nur hausgemachte Marmelade, Plätzchen oder Créme in die Gläser füllen, sondern sie auch als Verpackung für Gutscheine und Kleinigkeiten nutzen. Nach dem Auspacken einfach eine Kerze ins Glas stellen und als Deko oder in der Küche wiederverwenden.

Wachs: Besser als umweltschädliche Alufolie, Wegwerf-Geschenkpapier und Co. sind die nachhaltigen Bienenwachstücher aus Bio-Baumwolle und Bienenwachs. Du kannst damit wunderbar dein Geschenk verpacken und danach kann das Wachstuch direkt in der Küche als Ersatz für Frischhaltefolie eingesetzt werden.

4. Tipps für klimafreundlichere Onlinebestellungen

Online bestellen, vor allem in Corona-Zeiten, ist zugegeben, herrlich bequem. Am klimafreundlichsten ist es sich aufs Rad zu schwingen und lokale Geschäfte zu unterstützen. Onlineshopping ist jedoch von ökologischem Vorteil, wenn andernfalls das Auto benutzt werden müsste. Hier ein paar Tipps, um das Onlineshoppen klimafreundlicher zu machen:

Alternative Plattformen: Schau mal in einem der zahlreichen alternativen Onlineplattformen für nachhaltige und faire Produkte vorbei

Retouren vermeiden: Überlege genau vorher was du bestellst, denn Rücksendungen verursachen einen erhöhten CO2-Ausstoß und oft werden zurückgesendete Produkte vernichtet, denn das kann für das Unternehmen günstiger sein.

Gesammelt bestellen: Mach eine Sammelbestellung mit Freund*innen, Nachbar*innen oder Verwandten, denn mehrere Einzelbestellungen schlagen mehr auf die Öko-Bilanz.

Standardversand: Wähle die Standardzustellung. Expresszustellungen oder Lieferungen am gleichen Tag sind häufig Fahrten mit deutlich schlechterer Auslastung und verursachen deshalb vermehrten CO2-Ausstoß.

Grüner Transport: Viele Anbieter geben die Möglichkeit eines CO2-neutralen Versands oder die CO2-Emissionen zu kompensieren.

5. Liebe schenken

Die nachhaltigsten Geschenke von allen bleiben die nicht-materiellen Geschenke oder die, die nur wenig Geld kosten. Schenkt euch Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe! Besonders 2020 sehnen wir uns danach. Und auch auf Abstand können wir uns Liebe schenken: Wie wäre es damit, dieses Jahr mal Postkarten, Briefe oder eine wirklich persönliche Weihnachtsbotschaft per Email/Textnachricht an alle deine Freund*innen und Verwandten zu schicken.

Auch gemeinsame Zeit ist wertvoller als jedes materielle Geschenk und sie ist oft zu kurz gekommen dieses Jahr. Und sie lässt sich sogar nutzen, um den Alltag in Zukunft nachhaltiger zu gestalten: mit einem Zero-Waste-Kochkurs oder dem Mieten und Bewirtschaften einer kleinen Ackerfläche mit Freund*innen oder der Familie. Auch eine Idee: Gutschein fürs gemeinsame Reparieren der Lieblingsjeans oder zum selbst machen von Naturkosmetik zuhause.

Am Ende des Tages zählt es nicht, wie teuer die Geschenke an Weihnachten sind, sondern dass wir den Menschen in unserem Leben zeigen, dass wir sie schätzen. Denn es ist ein Fest der Liebe.

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